Barcelona/Spanien 2016 - Krueger Henning und Elke

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Reiseberichte
Reisebericht Barcelona/Spanien 22. April - 25. April 2016
Barcelona / Spanien vom 22. April - 25. April 2016

Die diesjährige Städtereise unserer Familie (Elke, Henning, Ilse, Simone und Dieter) führte uns per Flugzeug von Düsseldorf direkt in die spanische Stadt Barcelona mit den unglaublich vielen Sehenswürdigkeiten.  Ilse war wie immer von Genf geflogen.

Barcelona ist die Hauptstadt Kataloniens und mit knapp 1,6 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Spaniens. Dort trifft mediterranes Flair auf kosmopolitische Atmosphäre, mittelalterliche Bauten stehen neben avantgardistischen Architekturjuwelen.

Wir hatten uns für den Aufenthalt das "Hostal Benidorm" mitten in der Stadt, direkt an der Rambla, dieser herrlich breiten Straße mit ihren Cafes und Geschäften für unseren Aufenthalt ausgesucht. Das Frühstück war bestens und ansonsten waren wir über den Tag immer unterwegs.
Das Abendessen -inklusive Tapas- genossen wir auf den verschiedenen großen Plätzen rund um die Rambla .

Wir mussten uns schon im Vorfeld einig werden, welche Dinge in unserem Aufenthalt besichtigt werden sollten, es sind einfach zu viele für 4 Tage.

So begannen wir noch an unserem Ankunftstag mit einer Stadtrundfahrt der "Roten Linie" um einen kleinen Überblick über diese bezaubernde Stadt zu erhalten.

So ging es vorbei an dem so genannten "Monumento a Colón". Die Kolumbussäule in Barcelona wurde zur Weltausstellung des Jahres 1888 von Gaietà Buigas i Monravà in Erinnerung an den bekannten Entdecker und Seefahrer Christoph Kolumbus erbaut. Die Säule ist 60 Meter hoch, aus insgesamt 205 Tonnen Eisen.
Es wurden bereits verschiedenste bauliche Veränderungen an der Kolumbussäule gemacht und einige Renovierungsarbeiten geleistet, so in den Jahren 1929, 1965 durch Josep Miret i Llopart und zuletzt im Jahre 1984.

Die Kolumbussäule hat eine kleine Aussichtsplattform, auf die die Besucher mit einem ebenso kleinen Aufzug gelangen können. Von hier aus hat man eine wunderbare Aussicht über die Stadt Barcelona, die neuen Verbindungsstraßen, die neue Skyline sowie Barcelonas Hafen Port Vell mit der kompletten Seeseite.

Da man an jeder beliebigen Station aus dem Stadtrundfahrtbus aussteigen und auch wieder einsteigen kann, entschlossen wir uns, am Olympiagelände auszusteigen und hier erste Besichtigungen vorzunehmen.

Der Montjuïc, ein im Süden der Stadt direkt an der Küste gelegener 173 Meter hoher Berg, ist die größte Parkanlage im Stadtgebiet von Barcelona (auf ihm befand sich bereits vor den Olympischen Spielen 1992 das Olympiastadion, das für die Weltausstellung von 1929 erbaut worden war).
Für die Spiele 1992 wurde es vom Italiener Vittorio Gregotti in Zusammenarbeit mit mehreren katalanischen Architekten generalsaniert. Er ließ das Stadion völlig entkernen und das Spielfeld um elf Meter absenken, einzig die historische neoklassizistische Fassade blieb erhalten. Die Kapazität konnte dadurch auf 60.000 Sitzplätze erhöht werden. Während der Spiele fanden hier die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie die Leichtathletikwettbewerbe statt.

Wenn man an Barcelonas schönste Plätze und Sehenswürdigkeiten denkt, fällt einem der Austragungsort der olympischen Spiele von 1992 nicht als Erstes ein. Schade eigentlich, denn man verpasst neben den beeindruckenden Gebäuden auch eine unglaubliche Aussicht auf ganz Barcelona und einen Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Das Besondere an dem Olympiagelände ist, dass die Touristenmassen es bisher noch nicht bis hierher geschafft haben.
Es gibt viele grüne Grasflächen, Bänke, einen Wasserfall und einen Bach, der sich quer über das Gelände zieht. Alles ist enorm sauber und man merkt, dass viel Wert auf den Zustand des gesamten Areals gelegt wird.
Bei gutem Wetter hat man von hier aus sogar eine Sicht über die halbe Stadt bis hin zum Meer. Nach den Spielen wurde es nochmals umgebaut, das Marathontor wurde geschlossen. Außerdem ist das Gebäude Austragungsort vieler Konzerte und Sport-Ereignisse wie beispielsweise American Football. Wer will kann von Montag bis Freitag jeweils zwischen 10:00 und 18:00 einen Blick in die Arena werfen.
Hier kann man wunderbar dem Trubel der Stadt entfliehen.

Von hier aus gingen wir zu Fuß durch den Park zum "Palau Nacional", dem Nationalmuseum für katalanische Kunst, welches Teil des Ensembles für die Weltausstellung 1929 war.

Das Nationalmuseum bildet von der Stadt aus gesehen den Abschluss den Geländes. Schöne Türme, Wasserfälle, wundervolle Statuen, herrliche Bäume - kurz, ein Gelände das man sehen muss!
Von hier oben hat man einen herrlichen Blick auf das Weltausstellungsgelände von 1929.

Der riesige Brunnen davor wird in der Nacht zum “Font Magica”, der Skulpturen aus Wasser und Farben zaubert.

Mit den zwei an den venezianischen Campanile erinnernden Türmen beginnt die Prachtstraße hinauf zum Palau Nacional. Das gesamte Ensemble wurde zur Weltausstellung 1929 errichtet.
Mittelpunkt des Placa d´Espanya bildet ein monumentaler Brunnen.
Der runde Bau dahinter ist die alte Stierkampfarena die zu einem modernen Einkaufszentrum umgebaut wurde, aber dabei wurde die komplette alte Fassade mit den herrlichen Bögen zu 100% erhalten. Mit einem Aufzug kann man außen oder innen bis auf die obere Terrasse des Einkaufscenter fahren und von dort oben die herrliche Aussicht auf den Nationalpalast, den Montjuïc und den Park Joan Mirò, der direkt neben dem Center liegt, genießen und einige wunderschöne Urlaubsfotos aufnehmen.

Von hier oben hat man auch einen Fernblick auf die Basilika Sagrada Familia von Antoni Gaudi, die wir noch ausführlich 2 Tage später besichtigten.
Unser Interesse an dem Werk von dem genialen Künstler Antoni Gaudi hatten wir schon in den vorbereitenden Arbeiten für diese Reise zu Hause entdeckt und dazu besondere Sehenswürdigkeiten von ihm ausgesucht, die wir in den nächsten Tagen noch besichtigten.
Auf der Rückfahrt mit der "Roten Linie" kamen wir noch an weiteren Gaudi-Bauten vorbei, die uns einen Einblick in seine unglaubliche Architektur gaben.

Am nächsten Tag hatten wir uns vorgenommen, den Palau Güell, eines der frühen Werke von Antoni Gaudi, zu besichtigen.
Der befindet sich in unmittelbarer Nähe unseres Hotels in der Carrer Nou de la Rambla 3-5.
Antoni Gaudi wurde am 25. Juni 1852 entweder in Reus oder möglicherweise in einem wenige Kilometer entfernten Dorf namens Riudoms, wo seine Eltern wohnten, als Sohn eines Kupferschmieds geboren. Sowohl sein Vater, Francesco Gaudí i Serra (1813–1906) wie sein Großvater als auch sein Urgroßvater waren Kesselschmiede. In der Werkstatt seines Vaters wurde er schon früh mit geometrischen Formen vertraut. Seine Mutter war die geborene Antònia Cornet i Bertran (1819–1876).

Gaudi war ein spanischer Architekt und herausragender Vertreter der katalanischen Bewegung des Modernisme.
Das von Gaudí für seinen Gönner Eusebi Güell entworfene Stadthaus wurde zwischen 1886 und 1890 erbaut. An ihm zeigt sich erstmals die Verbindung von dekorativen und Strukturelementen, die ein charakteristisches Merkmal der wichtigsten späteren Werke Gaudís darstellen.
Er nutzte die verschiedenen dekorativen Möglichkeiten der eisernen Trägerelemente. Weiterhin nutzte er extrem flache byzantinische Ziegelgewölbe. Auffällig an der Vorderfront sind die beiden großen Tore durch die man mit Pferdefuhrwerken einfahren konnte, um in die unteren Pferdeställe und Vorratsräume zu gelangen, während Gäste über Treppen in die oberen Stockwerke gelangen konnten.

In einem Hochparterre waren die Arbeitsräume und eine Bibliothek des Hausherren Eusebi Güell und weitere Verwaltungsräume. In diesem Stock befindet sich auch die prächtige Eingangshalle, von der eine ebenso prächtige Treppe in die Beletage, die Etage der Familie des Hausherren, führt. Zur Hauptebene des Hauses gehört auch eine Tribüne auf der Nordseite des Hauses, die die Eingänge des Hauses überdachen.

Das Zentrum der Beletage ist ein 17 Meter hoher Salon, der mit Wandmalerei verziert ist. Das Dach des Salons bildet eine Parabolkuppel. Der Salon diente gesellschaftlichen Anlässen und auch Gottesdienste wurden hier abgehalten. Die nördlichen Räume der Beletage waren gesellschaftlichen Anlässen gewidmet, der südliche Teil diente familiären Zwecken, wie z.B. das Esszimmer oder der Billardsalon.
Im zweiten Stockwerk befanden sich die Privaträume der Familie, die zur Fenstergalerie zum großen Salon hin angeordnet sind.
Im Dachboden befanden sich dann die Räume des Hauspersonals und Versorgungsräume, wie Küche, Speisekammer und Waschräume. Auf der Terrasse befindet sich eine lange Steilnadel, die die Kuppel des großen Salons abdeckt und 20 mit Keramiken verzierte Kamine. (Siehe Foto oben.)

Bei diesem frühen Werk von Gaudí sind deutlich seine Anstrengungen zu bemerken, den Historismus zu überwinden und zu einer neuen Formensprache zu finden. Während die Fassade in Teilen an einen venezianischen Palast erinnert (als Erinnerung daran, dass Güells Mutter aus Italien stammt), beherbergt das Innere des Palau Güell eine reiche Ausstattung von kunsthandwerklichen Arbeiten, Intarsien, speziell entworfenen Möbelstücken und Dekorationen.
Die Möbelstücke sind alle von Gaudí selbst entworfen worden und beeindrucken nicht nur durch ihre Formgebung, sondern auch durch ihren Stil, da sich hier Modernisme mit klassischen Elementen vereint. Beeindruckend sind besonders die aufwändigen Gewölbe und Decken. Auf dem Dach sind bereits die verspielten Figuren und Formen zu finden (in Form der Abdeckungen von den Schornsteinen und Ventilationstürmen), wie man sie etwa vom Park Güell her kennt. Insgesamt hinterlässt das Bauwerk einen gediegenen und majestätischen Eindruck – eine Wirkung, die Gaudí als Hommage an seinen Auftraggeber bewusst anstrebte.

Vorne zwischen den Pforten befindet sich ein schmiedeeisernes Werk, das die katalanische Flagge darstellt. Darüber befindet sich der bekannte Drache, ebenfalls ein Zeichen Kataloniens wie auch als Wächter des Eingangs. Beides zeigt, dass sowohl der Auftraggeber wie auch der Architekt sehr patriotisch waren.

Der Palau Güell wurde 1984 zusammen mit anderen Werken Gaudís in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
In den Jahren 2002 bis 2011 wurde der Palau Güell umfassend restauriert und ist seither wieder für die Besichtigung geöffnet.

Nach dieser ausgiebigen Besichtigung des ganz besonderen Stadthauses fuhren wir mit der U-Bahn in den Hafen am Meer. Dort haben wir in einem der schönen Lokale an der Strandpromenade zu Mittag gegessen. Auf dem Weg dorthin haben wir uns die riesige Fischskulptur von Frank Gehry, einem weltbekannten Architekten, angeschaut.
Diese Fischskulptur, bekannt als Peix, ist eines von vielen Kunstwerken in der Stadt. Sie befindet sich im Port Olimpic am Fuß eines hohen Wolkenkratzers, dem Hotel Arts, einem der höchsten Gebäude der Stadt.

Der angesehene Architekt Frank O. Gehry wurde beauftragt ein Kunstwerk für die Sommerolympiade von 1992 zu entwerfen, die in Barcelona stattfand und der Stadt Aufmerksamkeit aus der ganzen Welt einbrachte. Sie zeigt in Richtung Meer und misst 35 auf 54 Meter. Die Skulptur besteht aus Stein, Stahl und Glas. Die kupferfarbenen und glänzenden Metallplatten schimmern im Sonnenschein und sorgen dafür, dass die Skulptur ein richtiger Blickfang ist. Man kann sie von mehreren der Strände Barcelonas aus sehen.

Anschließend wollten wir DAS Highlight von Antoni Gaudi besichtigen, die Basilika Sagrada Familia.
Eintrittskarten zum Preis von 12.50 Euro sollte man sich schon bei Planung im Internet besorgen, da die Masse der Besucher sonst nicht zu bewältigen ist. Man gelangt also nur zu der gebuchten Uhrzeit in das Gebäude, kann aber solange darin verweilen, wie man möchte.

Die Eintrittsgelder helfen dabei, die sich noch immer im Bau befindliche Kirche zu vollenden.
Insgesamt beschäftigen sich heute 30 internationale Architekten und mehr als 150 Handwerker mit der Fertigstellung des Bauwerks. Dafür steht ihnen ein Jahresbudget von 20 Millionen Euro zur Verfügung , zum größten Teil aus den Eintrittsgeldern, dazu kommen Spenden. Im Jahr 2026, zum hundertsten Todesjahr Gaudís, soll die Kirche vollendet werden. Ob das zu schaffen ist? Vielleicht muss man einfach nur daran glauben.

Mitte des 19. Jahrhunderts plante der Buchhändler José María Bocabella, Vorsitzender der Heiligen Bruderschaft, eine Kirche in Barcelona zu bauen und diese der Heiligen Familie ("Sagrada Familia") zu widmen. Als Grundstück wählte er eine Parzelle noch innerhalb des Straßenrasters im damaligen "Poblet" (Dörfchen). Lieber wäre ihm ein Grundstück näher zur Stadtmitte hin gewesen. Dies war jedoch aufgrund der damals schon hohen Grundstückspreise nicht möglich.
Die Planung des Gotteshauses hatte zunächst der Bistumsarchitekt Francisco del Villar. Dieser Entwarf eine Kirche im gotischen Stil und begann 1882 mit dem Bau der Krypta. Wegen grundlegender Meinungsverschiedenheiten mit Bocabella musste er jedoch seinen Auftrag niederlegen. Wenige Monate später im Jahr 1883 nahm der junge Architekt Antoni Gaudí seine Stelle ein.

Die Basilika Sagrada Familia ist eines der berühmtesten Wahrzeichen von Barcelona und sicher eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Die Kirche ist in ihren Ausmaßen riesig, weswegen sie oft als "Kathedrale" bezeichnet wird, ohne jedoch einen Bischofssitz zu haben. Am 7.11.2010 wurde die Sagrada Familia von Papst Benedikt XVI. geweiht und damit zur Basilika erhoben.

Viel Zeit sollte man sich bei der Besichtigung der Details der Fassaden nehmen, in der viele Botschaften und biblische Geschichte versteckt sind.
Derzeit sind 8 der 12 über 100 Meter hohen Glockentürme fertig gestellt. Die höheren Türme der Fassade der Herrlichkeit werden noch gebaut und das zentrale Kuppelgewölbe mit einer Höhe von über 170 Metern. Derzeit wird an Teilen des Kreuzgangs, des Kuppelgewölbes und der Apsis gebaut.
Antoni Gaudí arbeitete bis zu seinem Tod an der Sagrada Familia. Er fand in der Sagrada Familia sein Lebenswerk. Er arbeitete daran bis zu seinem Tod am 10. Juni 1926.

Unter Gaudí gewann die Kirche aufgrund ihrer ausladenden Dimension und ihrer üppigen Ausgestaltung eine solche Bedeutung, dass sie bald "die Kathedrale" genannt wurde. Auch Gaudí selbst nannte sie so, obwohl sie keinen Bischhofssitz beherbergte. Er war davon überzeugt, dass die Stadt eines Tages für "seine" Kirche bekannt sein würde.

Gaudí hat die Sagrada Familia maßgeblich geprägt. Viele neuere Teile sind nach Plänen gebaut worden, die kaum erhalten waren und man oft auf Vermutungen angewiesen ist, wie es der große Baumeister ursprünglich vorgesehen hatte. Sicher sind sich aber alle: die Kirche Sagrada Familie wird im Falle ihrer Fertigstellung alle bisher von der Christenheit errichteten Kirchen an Großartigkeit übertreffen.

Als Kirche darf die Sagrada Familia darüber hinaus nicht nur vom künstlerischen Standpunkt aus betrachtet werden. Es muss bei der Betrachtung des Bauwerkes mit seinen Fassaden und Türmen auch die Religion mit einbezogen werden.
Die Fertigstellung des Innenraums und die Weihe durch Papst Benedikt XVI. waren großartige Momente für Barcelona. Nun endlich kann die bahnbrechende Gestaltung des genialen Antoni Gaudí auch im nahezu fertiggestellten Innenraum bewundert werden - und dies ganz ohne Baugerüste und nur selten eine Unterbrechung der Ruhe durch Maschinenlärm.

Die zuerst errichtete Fassade der Geburt Jesu und die nach Westen hin gerichtete Fassade des Leidenswegs sind fast fertiggestellt. Auf ihre Vollendung wartet die größte und prächtigste Fassade, die Glorien-Fassade auf der Südseite der Kirche.

Am 30. November 1925 wurde der Sankt-Barnabas-Turm fertiggestellt, der erste Turm links auf der Seite der Fassade der Geburt. Er war der einzige Turm, dessen Fertigstellung Gaudí noch erlebte.
Die Rosenkranzkapelle, die Krypta, die Apsis und der Kreuzgang sind die Bereiche im Inneren der Sagrada Familia, die am meisten voller Symbole stecken.

Helle Säulen strecken sich meterhoch in den Kirchenhimmel. Wie Baumstämme wachsen sie empor und verzweigen sich oben, weit oben, mehrfach in eine Art Geäst. Dieses mündet in ein abstraktes Blätterdach – als befände man sich in einem versteinerten Wald. Schwer zu sagen, was Besucher stärker empfinden im Temple Expiatori de la Sagrada Família, in der Sühnekirche der Heiligen Familie: Ehrfurcht vor Gott oder aber vor der spektakulären Architektur.

Für Letztere ist Antoni Gaudí verantwortlich, der ein Jahr nach der Grundsteinlegung 1882 mit dem Bau beauftragt wurde. Gaudí ließ zunächst die bereits begonnene Krypta nach den Entwürfen des Architekten Francesc de Paula del Villar im neuromanisch-neugotischen Stil fertigstellen, entwarf aber gleichzeitig ein grundlegend neues Konzept für die Kirche: Sie sollte deutlich größer werden, 18 Türme und eigenwillige gotische Formen bekommen.

So nahm etwa die Apsis, jene halbrunde Altarnische über der Krypta, unter seiner Regie mehr Raum ein als vormals geplant. Auf den Hinweis, dass die Fertigstellung viele Jahrzehnte dauern werde, soll der Architekt in Anspielung auf Gott geantwortet haben: "Mein Kunde hat keine Eile."

Gaudí konnte jedoch nur noch das Entstehen der Geburtsfassade mitgestalten. Reich verziert erzählt sie mit vielen Skulpturen die Geschichte von Ursprung, Kindheit und Jugend Jesu. Um eine Säule windet sich eine Schlange mit dem Apfel der Sünde, weiter oben krönt eine steinerne Zypresse mit 21 weißen Tauben die Front. Nur einer der vier Fassadentürme, die Gaudí in der markanten runden Form tropfender Kerzen bauen ließ, war zum Zeitpunkt seines Todes fertig. 1926 wurde der "Architekt Gottes" direkt vor seiner Kirche von einer Straßenbahn überfahren.

Mitarbeiter setzten das Werk in Gaudís Sinn fort, bis Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg sämtliche Bauzeichnungen und Modelle zerstörten. Alles musste rekonstruiert und neu zusammengesetzt werden.
Die Ostfassade der Sühnekirche La Sagrada Familia,  hat die Geburt Christi zum Thema. Die drei Portale stellen Glaube, Liebe und Hoffnung dar.

Heute ist das imposante Gebäude zu ungefähr 60 Prozent fertiggestellt. Das bis zu 75 Meter hohe Kirchengewölbe ist geschlossen. Vollendet sind 8 der 18 Türme, Teile des Kreuzgangs sowie die Passionsfassade.

Ihre groben, kantigen Figuren hatte Gaudí während einer schweren Krankheit entworfen, die Umsetzung übernahm später Bildhauer Josep Subirachs. Die expressionistischen Skulpturen zeigen die Leidensgeschichte Christi vom letzten Abendmahl bis zu seinem Tod.
Weil sie nicht zu den sonst vorherrschenden Kunstrichtungen Neugotik und Modernisme Català passen, scheiden sich an ihnen die Geister.
Touristen interessiert die kunsthistorische Diskussion weniger: Die Sagrada Família ist mit zwei Millionen Besuchern pro Jahr schon jetzt das meistbesuchte Monument Spaniens.
Sie gilt als berühmteste Baustelle der Welt, besitzt das höchste Kirchengewölbe und eines Tages vielleicht den höchsten Kirchturm der Welt – 170 Meter soll er einmal messen.

Dennoch wirkt die Sagrada Família, in der insgesamt 9000 Menschen Platz finden, schon auf den ersten Blick so außergewöhnlich wie gigantisch: von außen wie eine riesige Sandburg, von innen wie ein sakrales Wunderland. Erst auf den zweiten Blick entdeckt man ihre vielfältige Natursymbolik und die organischen Strukturen. So erinnern etwa die Verzweigungsknoten der baumartigen Säulen an die wulstigen Narben, die sich häufig an Bruchstellen von Ästen bilden.
Einige Turmspitzen haben die Form von Lavendel, Weizenähren oder Gräsern. Und wer über die 400 Steinstufen der schneckenförmigen Wendeltreppen in einen der Türme hinaufsteigt, erkennt, dass deren Spitzen mit filigranen bunten Mosaiksteinen besetzt sind. Zudem schmücken lateinische Sprüche und das Wort "Sanctus" (auf Deutsch: heilig) als Mosaike die Türme.

Die Kirche wahrt aber auch Geheimnisse, die vielen Besuchern verborgen bleiben, denn wer sie lüften will, muss sich mit Mathematik auskennen. Nur so lässt sich ein System hinter der willkürlich anmutenden Bauweise entdecken. "Es ist leichter, Gaudí zu folgen, als man glaubt", sagt der verantwortliche Architekt Jordi Bonet. "Er hat so viele Elemente hinterlassen, die gut durchdacht sind, dass wir als seine Nachfolger ihn besser verstehen können, als es scheint."

Gemeint sind etwa sogenannte Regelflächen, geometrische Formen, die Gaudí auch in der Natur entdeckte und in seinen Plänen oft statt des rechten Winkels benutzte. Regelflächen entstehen aus gekrümmten, verdrehten oder gebogenen Ebenen. "Alles in dieser Kirche ist Mathematik", sagt Bonet, dessen Vater, ebenfalls Architekt, noch mit Altmeister Gaudí zusammengearbeitet hat. Jordi Bonet, Jahrgang 1925, restaurierte zunächst als junger Architekt die zerstörten Modelle, bevor er ab 1987 die Arbeiten an der Sagrada Família koordinierte.

Derzeit liegt noch keine endgültige Konzeption für eine Orgelanlage vor, die den enormen Dimensionen der Basilika gerecht wird und den Innenraum mit Klang füllen kann.
Im Chorraum (Presbiterio) befindet sich aber bereits eine Chororgel, die von der Orgelbaufirma Blancafort Orgueners des Montserrat im Jahr 2010 errichtet wurde. Dieses Instrument hat 26 Register (1492 Pfeifen) auf zwei Manualen und Pedal und ist in zwei getrennten Orgelgehäusen untergebracht. Die Prospektgestaltung der zirka 8 Meter hohen und 3 Meter breiten Orgel lehnt sich an die Form- und Strukturgebung Gaudis an, der selbst keine Hinweise auf die Gestaltung einer Orgel hinterlassen hat. Der Spieltisch ist frei beweglich, die Spiel- und Registertrakturen sind elektrisch.

Die Stunden die wir in der Basilika und davor verbrachten, waren unglaublich beeindruckend und das Talent von Gaudi ist hier unsterblich verewigt.

Am 25. April 2016 sind wir zuerst in die Markthallen von Barcelona gegangen und haben dem regen Treiben dort zugeschaut. Fisch, Fleisch und Gemüse sind die Hauptbestandteile der Stände.

Anschließend sind wir quer durch die Stadt nochmals in das Olympiahafengebiet gelaufen um dort nochmals am Meer Mittag zu essen.

Bei diesem Spaziergang kamen wir noch an der Basilika Santa Maria del  Pi vorbei.

Santa Maria del Mar ist eine gotische Kirche. Sie befindet sich im Distrikt La Ribera und wurde zwischen 1329 und 1383 erbaut, also zur Blütezeit der katalanischen Vorherrschaft im Handel und zur See. Sie ist ein herausragendes Beispiel katalanischer Gotik, mit einer Reinheit und Einheitlichkeit des Stils, die für große mittelalterliche Gebäude sonst unüblich ist.

Die erste schriftliche Erwähnung einer Kirche Santa Maria am Meer stammt aus dem Jahre 998. Die Errichtung des heutigen Gebäudes wurde durch den Kanonikus Bernat Llull gefördert, der 1324 zum Erzdekan von Santa Maria ernannt wurde.
Der Bau der heutigen Kirche begann am 25. März 1329 mit der Grundsteinlegung durch König Alfons IV., wie durch eine Tafel auf Lateinisch und Katalanisch bezeugt wird, die an der Fassade zur Fossar de les Moreres angebracht wurde. Die verantwortlichen Architekten waren Berenguer de Montagut, der das Gebäude entwarf, und Ramon Despuig.
Während der Bauzeit waren alle Gilden des Ribera-Distrikts beteiligt. Besonders die Lastenträger leisteten einen großen freiwilligen Beitrag, ihr Einsatz wurde lobend auf einer kleinen Bronzetafel am Hauptportal hervorgehoben. Die Wände, Seitenkapellen und Fassaden wurden im Jahre 1350 vollendet. 1379 zerstörte ein Feuer bedeutende Teile des Bauwerks. Schließlich wurde am 3. November 1383 der letzte Stein gesetzt, am 15. August 1383 die erste Messe gelesen.
Am 2. Februar 1428 verursachte ein Erdbeben schwere Schäden und zerstörte die Fensterrose in der West-Fassade. Das neue Fenster im Flamboyant-Stil wurde 1459 vollendet, ein Jahr später konnte das Glas eingefügt werden.
1923 wurde der Kirche durch Papst Pius XI. der Titel Basilica minor verliehen. Die Bilder und der Barockaltar wurden zu Beginn des Spanischen Bürgerkriegs durch kirchenfeindliche Gruppen am 19. und 20. Juli 1936 zerstört. Die Sakramentskapelle wurde im 19. Jahrhundert an die Apsis anschließend hinzugefügt.

Santa Maria del Mar ist eingeschlossen von den engen Straßen von Ribera, was es schwierig macht, sich einen Gesamteindruck des Gebäudes von außen zu verschaffen. Am ehesten ist dies noch von der Fossar de les Moreres und der Plaça de Santa Maria möglich, die beide früher Friedhöfe waren.
Die Westfassade erweckt einen Eindruck von Kompaktheit und nüchterner Strenge, die typisch für die katalanische Gotik ist. Sie wird von zwei hohen Strebepfeilern deutlich in drei Abschnitte geteilt, die den drei Kirchenschiffen entsprechen. Bilder von St. Peter und St. Paul besetzen die Nischen zu beiden Seiten des West-Portals. Das Tympanon zeigt Jesus, flankiert von Maria und Johannes. Der schlanke, achteckige Nordwestturm wurde 1496 fertiggestellt, sein Gegenstück blieb bis 1902 unvollendet.

Im Kontrast zur Westfassade erweckt der Innenraum den Eindruck von weiter Geräumigkeit. Er entspricht dem Basilika-Typus, mit drei Schiffen, die einen einzigen Raum ohne Querschiffe bilden. Es gibt keine architektonische Begrenzung zwischen Hauptschiff und Presbyterium. Bei diesem Kirchenbau neuartig war die Bündelung der Gewölbelast auf wenige Punkte, so dass das einfache Rippengewölbe des Hauptschiffs von lediglich vier schlanken, achteckigen Säulen getragen wird. Dabei wird die für die damalige Zeit enorme Breite von 13 Metern überspannt. Ebenfalls ungewöhnlich für eine Kathedrale dieser Zeit ist der sehr filigrane, elegant wirkende Pfeilerkranz, der die Apsis umgibt.

Aufgrund eines Feuers im Verlauf von gegen die Kirche gerichteten Unruhen im Jahr 1936 sind im Innenraum kaum Kunstwerke vorhanden. Unter den erwähnenswertesten Werken, die durch den Brand zerstört wurden, befand sich der barocke Altaraufsatz von Deodat Casanoves und Salvador Gurri. Von den originalen Fenstern blieben nur die Darstellungen der Himmelfahrt und der Fußwaschung erhalten, sowie einige geometrische Motive in der Apsis.
Die optisch sehr schöne Orgel ist ein historisches Instrument, das von dem Orgelbauer Grenzing restauriert wurde. Das Instrument hat 21 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Nach dieser Besichtigung haben wir uns noch die Kathedrale von Barcelona angeschaut. Sie liegt mitten im Barri Gòtic (katalanisch für gotisches Viertel) ist das älteste Stadtviertel von Barcelona und gehört zum Verwaltungsbezirk Ciutat Vella.

Das Viertel wird im Südwesten begrenzt durch die Rambla, im Nordwesten durch die Plaça de Catalunya und die Carrer de Fontanella, im Nordosten durch die Via Laietana und im Südosten durch das Mittelmeer.

Die meisten Baudenkmäler stammen aus dem 14. und 15. Jahrhundert, der Blütezeit Barcelonas als Seemacht. Das Stadtbild ist geprägt durch viele enge und verwinkelte Gassen. Die Kathedrale, welche den Mittelpunkt des Barri Gòtic bildet, ist umringt von vielen geschichtsträchtigen Gebäuden. Das Barri Gòtic wurde in den 1920er Jahren umfassend saniert. In den Gassen des Viertels befinden sich bekannte Museen und viele kleine Geschäfte. Zusammen mit den Stadtvierteln El Raval, La Barceloneta und Sant Pere, Santa Caterina i la Ribera bildet es die Altstadt von Barcelona (katalanisch: Ciutat Vella).

Die Gegend wurde unter der Herrschaft des römischen Kaisers Augustus besiedelt. An der Stelle der Plaça de Sant Jaume befand sich das Römische Forum.

Im Barri Gòtic befinden sich u.a. das Ajuntament de Barcelona (Rathaus der Stadt) und der Palau de la Generalitat (Sitz der katalanischen Regierung).

La Catedral de la Santa Creu i Santa Eulàlia -so der spanische Name der Kathedrale- ist Metropolitankirche des Erzbistums Barcelona. Sie befindet sich am Platz Pla de la Seu im Stadtviertel Barri Gòtic und ist der Heiligen Eulalia geweiht.

An der Stelle der Kathedrale befand sich bereits ein römischer Tempel. Die erste Vorgängerkirche an dieser Stelle entstammte dem 6. Jahrhundert, sie überstand die Zerstörung Barcelonas durch den maurischen Herrscher Almansor im Jahr 985. Die Basilika im Stil der Romanik wurde 1058 eingeweiht.

Die Grundsteinlegung erfolgte am 5. Mai 1298, die Fertigstellung 1448. Der Glockenturm wurde um das Jahr 1500 hinzugefügt. Die Fassade wurde in den Jahren 1887 bis 1898 nach dem Entwurf der Architekten August Font und Josep Oriol Mestres angefügt; sie nutzten ältere Entwürfe von Charles Galters aus dem Jahr 1408.

Der mittlere Turm wurde 1906 bis 1913 errichtet.

Das Hauptportal wurde von Bartolomé Ordóñez und Pedro Villar erschaffen.

Das Portal de San Ivo befindet sich in der nordöstlichen Fassade der Kirche. Die Bauarbeiten an ihm fingen 1298 an, einige Bauteile stammen noch von dem romanischen Vorgängerbau aus dem 12. Jahrhundert.
Das Portal de Santa Eulalia befindet sich im Westen des Kreuzgangs. Hier steht eine Kopie der Figur der Heiligen, deren Original im 15. Jahrhundert geschaffen wurde.

Das Portal de la Pietat führt zum Klostergeviert und befindet sich im Süden des Ensembles. Einige Figuren werden dem Bildhauer Michael Lochner († 1490) zugeschrieben.
Teile des Portals zwischen der Kirche und dem Kreuzgang entstanden schon im 11. Jahrhundert.

Die Orgel wurde 1994 von der Orgelbaufirma Orgues Blancafort (Montserrat) errichtet. Das Instrument befindet sich in einem historischen Orgelgehäuse mit historischen Orgelprospekt aus dem Jahre 1538. Das Orgelwerk hat 58 Register (4.013 Pfeifen) auf vier Manualen.

Den letzten Abend verbrachten wir in einer Tapas-Bar und auf den schönen Plätzen rund um die Rambla. Wir freuten uns über die vielen Besonderheiten die wir in Barcelona besichtigt hatten.
Am 25. April 2016 flogen wir nach Düsseldorf bzw. Genf zurück und waren der Meinung: Diese Stadt hat einen zweiten Besuch in ein paar Jahren verdient.

Henning Krüger























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