Venedig 2012 - Krueger Henning und Elke

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Reiseberichte

Venedig / Italien vom 10. Februar 2012 - 17. Februar 2012


Wir flogen am 10. Februar 2012 von Düsseldorf nach Venedig um eine Woche Karneval in dieser Traumstadt zu erleben.
Es war sehr kalt, sogar Schnee haben wir gehabt, aber mit viel Sonnenschein. Vom Flughafen wurden wir mit einem Taxiboot über die Kanäle zu unserem
Hotel Carlton, direkt am Canale Grande, gebracht. Schon während dieser Fahrt konnte man ahnen, dass uns eine wundervolle Zeit in dieser Stadt erwartete.

Die Altstadt von Venedig ist eine Stadt im Wasser und seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe.
Sie setzt sich aus rund 120 Inseln zusammen, zwischen denen sich unterschiedlich breite Kanäle hindurchziehen. Dabei wurden seit dem 19. Jahrhundert immer mehr Kanäle zugeschüttet oder für den Wasserverkehr stillgelegt.

Dieser Gegensatz zwischen Land- und Wasserverkehr setzt sich bis heute fort. Die meisten Kanäle werden nur noch wenig oder gar nicht befahren. Die Dominanz des Wasserverkehrs wird am Canal Grande auffällig. Am Kanal ballen sich die repräsentativen Palastbauten des Stadtadels, die als Palazzi oder Case (Häuser) bezeichnet werden. Heute mehr oder weniger alles Hotels.

Die
Lagune von Venedig ist ein durch Landzungen und Inseln weitgehend abgetrennter Meerbusen im Norden des Adriatischen Meeres. Sie entstand um 4000 v. Chr. durch Ablagerungen der Brenta und anderer die Poebene entwässernder Flüsse. In ihr liegt die Stadt Venedig.
Sie bedeckt eine Fläche von ca. 550 km². Rund 8 % der Lagunenoberfläche bestehen aus Inseln (darunter Venedig selbst und eine Reihe kleinerer Inseln), 11 % sind dauerhaft von Wasser bedeckt (inklusive der verschiedenen Kanäle), der Rest besteht aus den Fischgründen, sowie aus Watt- und Marschland.

Die obige Aufnahme ist von der gegenüber liegenden
Insel San Giorgio Maggiore gemacht und zeigt den Markusplatz, den Campanile, den Dogenpalast, den Canale Grande und einen Überblick über Venedig.

Noch am Ankunftstag gingen wir nachmittags zu Fuß unsere unmittelbare Umgebung anschauen.

San Simeone Piccolo ist eine Kirche am Canale Grande direkt neben unserem Hotel (ca. 1 Stunde Fußweg bis zum Markusplatz) und gegenüber des Hauptbahnhofs Santa Lucia und liefert somit für die meisten Bahnreisenden den ersten Eindruck von Venedig.
Die mittelalterliche Vorgängerkirche, ein Längsbau, verlief parallel zum Canale Grande und befand sich im Anfang des 18. Jahrhunderts in einem Zustand des Verfalls. 1718 wurde der Architekt Giovanni Antonio Scalfarotto mit dem Neubau beauftragt, den er 1738 vollendete. Er schuf mit diesem Bau eines der ersten klassizistischen Gebäude in Italien und vermutlich den letzten vollendeten Kirchenbau der Republik Venedig.
San Simeone Piccolo ist die erste venezianische Kirche auf kreisrundem Grundriss. Der Architekt gab die liturgische Ostorientierung auf und drehte die Achse so, dass sie auf den Canale Grande blickt. Die Fassade besteht aus einem Portikus mit vier Säulen und zwei dreiteiligen Stützen auf den Seiten, sowie einem Dreiecksgiebel mit einem Relief in klassischer Manier, das Martyrium der Titelheiligen (Apostel Simon und Judas Thaddäus) darstellend. Auf dem runden Baukörper sitzt eine, von einer Laterne gekrönte, etwas zu überproportionale, ovale Kuppel.

Santa Maria di Nazareth, umgangssprachlich Scalzi, ist eine Klosterkirche im Sestiere Cannaregio unmittelbar neben dem Bahnhof von Venedig. Direkt an der Kirche befindet sich eine der Brücken über den Canal Grande, die Ponte degli Scalzi.
Im Jahre 1633 ließen sich die Unbeschuhten Karmeliten (scalzo: barfuß) in Venedig nieder. 1636 erhielt der Orden die Genehmigung zum Bau eines Klosters neben der von Palladio entworfenen Kirche. 1861 bis 1863 musste diese zusammen mit dem Karmelitenkloster dem Hauptbahnhof weichen.
1654 legte Longhena den Entwurf für die Kirche „degli Scalzi“ vor. Unter seiner Bauleitung entstand eine helle Saalkirche in der Nachfolge Palladios, mit zwei großen Seitenkapellen, die von je zwei kleineren Kapellen flankiert werden. Die Fassade wurde 1672 bis 1680 von Giuseppe Sardi fertiggestellt, der anstelle des in Venedig üblichen Kalksteins aus Istrien,
Marmor aus Carrara verwendete. Die meisten Statuen der Fassade stammen von Bernardo Falconi.
Die Kirche wurde 1705 geweiht und 1853-1862 während der österreichischen Regierung gründlich restauriert.

Ein schönes Abendessen in einer Pizzeria in Venedig war der Abschluss dieses aufregenden ersten Tages.

Am 11. Februar 2012 haben wir uns gleich nach dem Frühstück aufgemacht, um zum
Markusplatz zu gelangen, wo nach Informationen von Elke das Maskentreiben am stärksten sein sollte.
Es war sehr kalt, aber sonnig, so dass wir auf dem Weg dorthin Anblicke von Bauten und Stadtteilen zu sehen bekamen, die unsere Vorstellung noch weit übertrafen.

Es war mächtig voll in der Stadt und sehr schwierig, die Maskierten in gewünschter Position zu fotografieren. Fotografen ohne Ende mussten sich ihre Fotos hart "erarbeiten".

Im Karneval wurde in Venedig vor allem die
Halbmaske getragen, die nur einen Teil oder eine Hälfte des Gesichtes bedeckt.
Ursprünglich war sie als Theater- bzw. Sprechmaske gebräuchlich, die – etwa in der Italienischen Commedia dell’arte – den Schauspielern das laute und deutliche Sprechen erleichterte.
Im Karneval hatte sie außerdem den Vorteil, dass man ohne größere Schwierigkeiten essen und trinken konnte. Die
Bauta, eine Ganzmaske mit vorgewölbtem Kinn, war bei Männern und Frauen gebräuchlich.

Da wir nun täglich durch die Stadt streiften, sahen wir viele Baudenkmäler mehrfach und haben uns jeden Tag einige genauer angesehen. Da Elke ständig auf der "Pirsch" war um die fantastisch kostümierten Personen zu fotografieren, haben wir beide Dinge miteinander verbunden.
Aus dieser Mischung, Jahrhundertbauten und Masken,  entstand auch unser
Kalender für 2013, der Weihnachten als Geschenk in der Familie ausgehändigt wurde.  Ihr könnt ihn unter der Rubrik "Über uns"- "Profil Elke" in einer Slideshow mit den einzelnen Seiten anschauen.

Auf unserem Marsch zum Markusplatz sahen wir auch die berühmte Rialtobrücke.

Die Rialtobrücke (italienisch Ponte di Rialto) in Venedig ist eines der bekanntesten Bauwerke der Stadt. Die Brücke führt über den Canale Grande und hat eine Länge von 48 m, eine Breite von 22 m und eine Durchfahrtshöhe von 7,50 m.
Die lichte Weite des einzigen Bogens beträgt 28,8 m. Die Gründungen der beiden Widerlager bestehen aus Pfahlrosten mit jeweils 6.000 gerammten Holzpfählen zu beiden Seiten.
Die direkt neben dem
Fondaco dei Tedeschi (Warenbörse der Deutschen in Venedig) gelegene Brücke verbindet das Sestiere San Marco mit San Polo an einem neuralgischen Punkt. Der Name der Brücke bezieht sich auf das Gebiet Rialto in San Polo, das vor einigen Jahrhunderten der wichtigste Handelsplatz der Stadt war. Der Name „Rialto“ leitet sich aus Riva Alto „Hohes Ufer“ ab.
Das Gebiet Rialto liegt in Venedig am höchsten über dem mittleren Hochwasser.

Von hier aus war es nicht mehr weit zu dem berühmten
Markusplatz mit all seinen wunderbaren Bauten und unglaublich vielen Maskierten um diese Zeit. Der Karneval in Venedig dauert immer 2 Wochen, so dass wir uns bewusst die Vorwoche ausgesucht hatten, in der Hoffnung, dass es nicht so voll wäre. Leider war das nun ganz und gar nicht der Fall.
Elke hat die ganze Woche sehr viel gestaunt und fotografiert, was in harte Arbeit ausgeartet war. Abends waren wir immer ganz schön geschafft.

Der freistehende Markusturm ist der
Campanile, der Glockenturm der Kirche San Marco in Venedig.
Der Ziegelbau mit den für Venedig charakteristischen Bauteilen aus hellem istrischen Stein wurde auf einem älteren Fundament errichtet und im 12. Jahrhundert vollendet.
Am 14. Juli 1902 fiel der Turm in sich zusammen, ohne einen Menschen zu verletzen und wurde anschließend vollständig in seiner alten Form, also als Rekonstruktion, wieder aufgebaut.
Die
Loggetta am Fuß des Campanile wurde zwischen 1537 und 1540 von Sansovino errichtet. Sie diente den Patriziern der Stadt als Versammlungsort. In den Reliefs und den Skulpturen wird die Republik Venedig mit allen ihren Tugenden – Geschicklichkeit im Krieg und beim Handel, politische Eintracht, Redegewandtheit ihrer Protagonisten – verherrlicht und ihre Friedensliebe und die besondere Protektion durch den Apostel Markus dargestellt.
Beim Einsturz des Campanile wurden Teile ihres Figurenschmucks zerstört.

Der
Markusdom (italienisch Basilica di San Marco) in Venedig war bis 1797 das zentrale Staatsheiligtum der Republik Venedig und ist seit 1807 die Kathedrale des Patriarchen von Venedig. Er befindet sich am Markusplatz.

Die erste dem
heiligen Markus geweihte Kirche wurde 828 gestiftet und in den Jahren 829 bis 832 anstelle einer Palastkapelle des Dogenpalastes erbaut, um die durch eine List aus Alexandria entführten Gebeine des Evangelisten Markus aufzunehmen, der den heiligen Theodor als Stadtheiligen Venedigs ablöste.
976 wurden die Kirche und 200 Häuser durch ein durch Aufständische im Dogenpalast gelegtes Feuer zerstört. Im selben Jahr begann unter dem Dogen Pietro I. Orseolo der Wiederaufbau der zweiten Kirche. Der heutige Markusdom wurde 1063–1094 als Stiftung des Dogen Domenico Contarini errichtet. Die (angeblichen) Gebeine des hl. Markus wurden durch ein (angebliches) Wunder am 25. Juni 1094 „wiedergefunden“. Dieser Tag wurde zum Feiertag
Inventio Sancti Marci. Bis zum Ende der Republik Venedig war es durch die Jahrhunderte hindurch ihr erklärtes Ziel, den Bischofssitz des Patriarchen von Venedig weit entfernt vom Zentrum der Macht in San Pietro di Castello zu halten.

San Marcos Baugestalt folgt Vorbildern aus der
byzantinischen Architektur: Ein griechisches Kreuz bildet den Grundriss (76,5 m Länge und 62,6 m Breite), wobei der westliche Arm breiter und länger ist und neben der Vierung auch die Kreuzarme durch Kuppeln (45 m Höhe) überwölbt sind. Die Vierungskuppel und die westliche Kuppel sind größer als die drei Kuppeln über den Seitenarmen und dem Chor.
Die enge Verbindung Venedigs mit Byzanz bewirkte, dass die zu den Bauarbeiten herangezogenen Künstler vor allem nach byzantinischen Vorbildern arbeiteten. Vorbild könnte die
Apostelkirche in Konstantinopel (536-546) gewesen sein.

San Marco folgt also bewusst keinen neueren Bauten der eigenen Zeit, sondern der würdevolleren, ursprünglichen Form. San Marco hat den Baugedanken des großen überkuppelten Zentralbaues nach Italien gebracht und wurde damit seinerseits vorbildlich für die wesentlich späteren
Großkuppelbauten von Bramante und Michelangelo. Die Anbauten des 13. Jahrhunderts erfolgten noch im byzantinischen, die des 14. Jahrhunderts im gotischen Stil.

Die in zwei Stockwerke geteilte Hauptfassade repräsentiert den Anspruch von San Marco als Staatskirche Venedigs und ist zugleich Zeichen des Triumphes über Konstantinopel beim
Kreuzzug von 1204.
Die Fassade wird gegliedert durch
fünf Portale mit fünf mosaikverzierten Bögen und entsprechenden Bögen im Abschlussgeschoss, von denen jeweils die vier seitlichen ebenfalls Mosaikschmuck aufweisen. Die Supraportenmosaiken über den fünf Portalen erzählen angefangen von der Seite der Mole im Süden bis nach Norden, dem ältesten und einzigen aus dem 13. Jh. erhaltenen Portal, der Porta Sant'Alipio, die Legende der Rettung und Überführung der Gebeine des hl. Markus nach San Marco.
Die
Archivolten des mittleren der fünf eindrucksvollen Portale wurden im 13. Jh. skulptiert und zeigen die venezianischen Zünfte, die zwölf Monatszeichen und Allegorien der Tugenden. Die vier seitlichen oberen Bögen sind bekrönt mit Blattschmuck und Büsten der Propheten, sowie jeweils einer Relief Prophetenbüste im Bogenzwickel. Auf den Bogenspitzen stehen Stadtheilige Venedigs, Konstantin, Demetrius, Markus, Georg und Theodor.

Der Eindruck der Fassade ist weiter bestimmt durch die überreiche Dekoration durch Marmorverkleidung, die unzähligen antiken Säulen aus Marmor, Porphyr, Jaspis, Serpentin und Alabaster und viele Skulpturen unterschiedlichster Epochen. Die Galerie im oberen Stockwerk wird durch eine Kopie des berühmten antiken Viergespanns aus vergoldeter Bronze dominiert, das wie auch viele der Säulen und einige Skulpturen 1204 in Konstantinopel geraubt wurden.

Um vom Markusplatz aus in die
Basilika zu gelangen, muss man einige Stufen hinabsteigen. Dieses Absinken des Bodens, das zur Zeit 23 cm beträgt, betrifft nicht nur die Markuskirche, sondern alle alten Stadtteile Venedigs. Nach byzantinischem Vorbild besitzt die Markuskirche eine Vorhalle (62 m lang, 6 m breit, 7,35 m hoch), die von acht kleineren Kuppeln überwölbt wird. Der Kirchenraum wird von vier mächtigen Pfeilern und sechs Säulen in drei Schiffe geteilt. Auf den Pfeilern ruhen die fünf Kuppeln. Auch die Querhausarme sind dreischiffig angelegt.

Die Raumwirkung ist beeindruckend: Während der Boden übersät ist von
ornamentalen Mosaiken aus Marmor und die Wand in den unteren Bereichen verkleidet mit Platten aus Marmor aller Art, sind die oberen Wandzonen sowie die gesamte Decke mit Mosaiken mit Goldgrund bedeckt.
Die 2600 oft antiken Säulen wurden zu großen Teilen bei Eroberungen (z. B. die von Byzanz während des Kreuzzuges 1204) zusammengetragen und in San Marco als Spolien weiterverwendet. Meist erfüllen sie keine tragende Funktion, sondern dienen zur Dekoration und als Symbolträger für die Macht Venedigs; so die
Akritanischen Pfeiler vor dem Südportal, die aus der Polyeuktosbasilika stammen.

Der gesamte
Innenraum von San Marco bildet einen Höhepunkt der Mosaikkunst des Abendlandes. Die Mosaiken auf Goldgrund trugen dem Dom den Namen „Goldene Basilika“ ein.
Begonnen wurden die Arbeiten unter dem
Dogen Domenico Selvo (1071–1084). Der größte Teil der Mosaiken aber entstand im 13. Jahrhundert. Einige wurden – besonders an der Fassade – im 16. bis 18. Jahrhundert nach Entwürfen aus den Schulen Tizians und Tintorettos und anderen ersetzt, wobei das alte Bildprogramm wohl erhalten blieb. Die Mosaizisten haben insgesamt eine Fläche von 4.240 qm bedeckt, eine der größten zusammenhängenden Mosaikflächen der Welt (Die russisch-orthodoxe „Kirche auf dem Blut“ in Sankt Petersburg hat eine Gesamtfläche von 7.000 qm Mosaik).

Ein Besuch des Markusdoms ist unbedingt zu empfehlen. Die Mosaiken sind unwirklich! Die Tauben auf dem Markusplatz waren zwar da, aber sicher nicht so viele wie im Sommer.

Der
Dogenpalast (ital.: Palazzo Ducale) war seit dem 9. Jahrhundert Sitz des Dogen und der Regierungs- und Justizorgane der Republik Venedig. Er liegt unmittelbar neben dem Markusdom.

Der Palast war
Regierungs- und Verwaltungszentrum der Republik und zugleich eindrucksvolles Symbol der Größe und Macht der Seerepublik Venedig. Alle wichtigen Regierungssorgane und Gerichte hatten hier ihren Sitz.
In den Anfängen der Republik kam an diesem Ort die
Volksversammlung, der arrengo, zur Wahl des Dogen durch Akklamation zusammen, nach der Entmachtung des arrengo war der Dogenpalast Versammlungsort des Großen Rates, aus dem sich die Mitglieder aller Regierungsorgane rekrutierten. Der älteste Teil des Dogenpalastes ist der zum Wasser hin gelegene.
Der Palast ist einer der bedeutendsten
Profanbauten der Gotik überhaupt. Er ist ein Glanzwerk venezianischer Baukunst als auch Verkörperung venezianischer Selbstdarstellung und Propaganda, wie es sich vor allem in der Ausstattung der Innenräume mit Stuck, vergoldeten Schnitzereien, Historiengemälden und Allegorien der großen Maler Venedigs zeigt, die hier den vergangenen Glanz und Ruhm der Lagunenstadt der Nachwelt überliefert haben.

Der
Innenhof des Dogenpalastes war der Bevölkerung Venedigs frei zugänglich. Er wurde für Amtshandlungen, Versammlungen, Feste und Turniere genutzt, einmal im Jahr gab es eine Stierhatz. Seit 1485 fand hier das Zeremoniell der Dogenkrönung statt.
Ein Teil der
„Scala dei giganti“ mit den Skulpturen von Mars und Neptun ist wirklich sehenswert.
Mehrere Treppenanlagen führen zu den verschiedenen Flügeln mit den Räumen des Dogen und der Ämter und Gerichte, die dort ihren Sitz hatten.

Die
Seufzerbrücke (italienisch Ponte dei Sospiri) liegt zwischen dem Dogenpalast und den Prigioni nuove, dem Gefängnis,  und führt über den Rio di Palazzo, einen etwa acht Meter breiten Kanal.
Die schmale, elf Meter lange,
weiße Kalksteinbrücke wurde geplant von Antonio Contin, einem Neffen von Antonio da Ponte, dem Erbauer der Rialtobrücke.
Begonnen wurde mit dem Bau im Jahre 1600, vollendet war die
Brücke 1602/03. Contin hatte auch bereits an der Rialtobrücke mitgewirkt. Vom Dogenpalast wurden die von venezianischen Gerichten Verurteilten in die Haft oder zur Exekution über diese Brücke in die Gefängnisräume geleitet.
Über die Brücke führen zwei durch eine Mauer getrennte Wege, die den Blick von abgeführten Gefangenen auf die dem Gericht vorzuführenden verhindert.
Die „Seufzerbrücke“ erhielt erst im Zeitalter der Romantik ihren Namen, in der Vorstellung, dass die Gefangenen auf ihrem Weg ins Gefängnis von hier aus zum letzten Mal mit einem Seufzen einen Blick in die Freiheit der Lagune werfen konnten.

Da wir bei einem Besuch des
Museums Venice auch durch das Gefängnis auf die Brücke von innen geführt wurden, können wir die Seufzer der Gefangenen gut verstehen.

Der
Uhrenturm (Torre dell'Orologio) auf dem Markusplatz selbst wurde zwischen 1496 und 1499 von Mauro Codussi errichtet, die angrenzenden Flügelbauten (1502 - 1506) stammen von Pietro Lombardo und wurden 1755 von dem Architekten Giorgio Massari mit einem dritten Geschoss aufgestockt. Die astronomische Uhr mit ihrem Zifferblatt aus Lapislazuli zeigt die Mond- und Sonnenphasen und die Tierkreiszeichen an.
Auch der
Markuslöwe ist dort vertreten. Zwei riesige Figuren aus Bronze schlagen auf einer Bronzeglocke die Stunden an. Städtebaulich wird durch den Turm die Einmündung zur Merceria betont, andererseits ist er Endpunkt einer von der Seeseite des Platzes geführten Blickachse, die Piazza und Piazzetta optisch verbindet.


Das
Caffè Florian ist ein berühmtes venezianisches Kaffeehaus auf der Piazza San Marco. Es wurde am 29. Dezember 1720 unter den Arkaden der Procuratie Nuove eröffnet und bewahrt bis heute viel vom Dekor des 19. Jahrhunderts. Das "Florian" diente ähnlich den späteren Kaffeehäusern als Treffpunkt von Künstlern und Intellektuellen, heute allerdings hauptsächlich von Touristen.

Das
"Florian" wurde im 19. Jahrhundert zum Treffpunkt der italienischen Patrioten. 1848 war das "Florian" eines der Agitationszentren gegen die Habsburgerherrschaft. Nach dem Verkauf des Cafés 1858 nahmen die Erwerber eine komplette und kostspielige Umgestaltung des Lokals vor.
Der
'Raum der Senatoren' erhielt allegorische Wandbilder, die 'Naturwissenschaft und Fortschritt' darstellten, daneben wurden ein 'griechischer' und ein 'persischer' Salon geschaffen. Diese Ausgestaltung ist im Wesentlichen bis heute erhalten.

Zu den berühmten ausländischen Besuchern des Florian zählten Goethe, Lord Byron, Honoré de Balzac, Giacomo Casanova und Marcel Proust, aber auch Richard Wagner, Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Jean Cocteau und Jorge Luis Borges.

Wer in Venedig ist, sollte einen Besuch dieses Cafes auf keinen Fall versäumen. Flair und Einrichtung sind einfach wunderbar.

Da dieses Jahr am 14. Februar der
"Valentinstag" gefeiert wurde, ließ ich es mir nicht nehmen, Elke zu einem vielgängigen Abendmenü in unserem dafür wunderschön gestalteten Hotel Carlton einzuladen. Es war mit Live-Musik und Kerzenschein wahrlich ein romantischer Abend.

Wir hatten auch eine
große Bootsfahrt auf dem Canale Grande gebucht. Direkt gegenüber von unserem Hotel, am Hauptbahnhof, ist der Anlegesteg für die Schiffe, die täglich diese Rundfahrten in den Stadtteilen Caanaregio, Santa Croce, San Marco, San Polo und Dorsoduro anboten.
Es war auch an diesem Tag sehr kalt, aber wunderbar sonnig, so dass wir alle die berühmten Gebäude entlang des Canals nochmals von der Wasserseite aus sehen konnten. Man steigt einfach aus an einem beliebigen Punkt,  besichtigt das Gewünschte und fährt mit einem der Schiffe zum nächsten Höhepunkt.
Die Stadt ist einfach unbeschreiblich schön an unglaublichen Bauwerken, man kann sich nicht satt sehen!

Zu diesen unglaublichen Bauten gehörte auch die unweit der
Piazzetta am Markusplatz, nur durch den Canale Grande getrennt gelegene Punta della Dogana neben der von Baldassare Longhena errichteten Santa Maria della Salute.
Santa Maria della Salute ist eine barocke Kirche an der Einfahrt zum Canal Grande. Sie ist eine der beiden Votivkirchen Venedigs, die aus Anlass einer Pestepidemie in der Stadt erbaut wurden.
Am
22. Oktober 1630 gelobte der Doge Nicolò Contarini der Madonna eine Kirche, mit der Bitte um Beendigung der Pest, die seit 1630 in der Stadt wütete und bei der die Stadt rund 46.000 Einwohner (ein Drittel ihrer Bevölkerung) verlor. Die Kirche sollte an exponierter Stelle am Bacino di San Marco gegenüber dem Dogenpalast errichtet werden. Aus dem ausgeschriebenen Wettbewerb ging der Venezianer Baldassare Longhena, ein Schüler Scamozzis, als Sieger hervor, obwohl der Senat zunächst lieber einen römischen Architekten engagiert hätte.

Mit dem Bau der Kirche wurde eine
grundlegende städtebauliche Neuordnung dieses Bereichs in Angriff genommen, die das Bild Venedigs, festgehalten in unzähligen Veduten vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, bis heute prägen sollte.
Die alte Bebauung mit
Wohnhäusern und Kloster und Kirche San Trinità wurde abgerissen, um Platz für die Kirche, den Neubau der Zollstation und das Konventsgebäude der Somasker, die die Kirche zu betreuen hatten, zu schaffen.
Diese Bauten sind wesentliche Komponenten eines
einzigartigen städtebaulichen Ensembles um den Bacino. Sie sind Ergebnis einer sorgfältigen Planung durch den Senat und die venezianischen Baubehörden, die auf ein Jahrhunderte altes Wissen von Stadtbaukunst und urbanistischer Inszenierung zurückgreifen konnten.

Longhena hat mit Unterbrechungen sein ganzes Leben lang an der Errichtung der Kirche gearbeitet, die erst 1687, fünf Jahre nach seinem Tod, geweiht wurde.
1921 erhielt die Kirche den Ehrentitel einer
päpstlichen Basilica minor.

Außerdem steht hier das alte, in den Jahren 1678–1682 von Giuseppe Benoni errichtete
Zollhaus Venedigs (Dogana da Mar), dessen Turm einen von Atlanten getragenen Erdball trägt.

Die Stadtverwaltung überließ dem Multimillardär F. Pinault für 33 Jahre das alte Zollgebäude als Ausstellungshalle für seine Sammlung
zeitgenössischer Kunst, ebenso den Palazzo Grassi am Canale Grande. Hier sind ca. 250 Arbeiten aus Pinaults Kollektion zu sehen (Koons, Polke, Sherman, Stingel, Cattelan, Kelley, Prince).
Vermutlich werden die Arbeiten häufiger wechseln, da Pinault über 2.500 Kunstwerke aus den letzten Jahrzehnten besitzt.

Nicht weit von hier entfernt steht der
Palazzo Salviatti.
Francesco Salviati, auch genannt Il Salviati, Franceso de' Rossi oder Cecchino del Salviati (* 1510 in Florenz; † 1563 in Rom) war ein italienischer Maler und Zeichner des Manierismus, der vor allem in Rom, Florenz, Bologna und Venedig tätig war.
Seinen ersten Auftrag in Rom erhielt von dem Florentiner Kardinal Giovanni Salvati. Salviati, ein Onkel Cosimo I. de' Medicis, nahm ihn in seinen Hofstaat auf und beauftragte ihn mit Freskierungen im
Palazzo Salviati. Ab jetzt führte er den Namen seines Mäzens, Salviati.

Auch in diesen Gegenden waren einige Maskierte anzutreffen. Meist mit einem "Manager", der die Fotos der Touristen zuließ oder auch nicht....
Diese Mischung aus fantastischen alten Gebäuden und wunderbar mit viel Liebe und noch mehr Aufwand gestalteten Kostüme, machen die Stadt Venedig zu einem einmaligen Erlebnis.

Am Mittwoch, den 15. Februar 2012 machten wir uns nochmals zu Fuß auf, die Stadt an anderer Stelle zu erkunden.

Zu den besichtigten Gebäudekomplexen gehörte auch die
Scuola Grande di San Marco. Sie ist ein Gebäude aus der venezianischen Frührenaissance. Pietro Lombardo begann den Bau 1488 - 1490, Mauro Codussi führte ihn bis 1495 fort und beendete die Fassade sowie die große Innentreppe.
1808 wurde das Gebäude zuerst in ein
österreichisches Militärkrankenhaus umgewandelt, seit 1819 beherbergt das Gebäude das heutige Krankenhaus. Die wertvollen Treppen im Innenhaus wurden beim Umbau zerstört.  2002 – 2004 wurde die Fassade renoviert.


Die
Chiesa di Santo Stefano ist eine katholische Pfarrkirche in Venedig. Sie liegt im Stadtteil San Marco am Campo Santo Stefano. In ihrer heutigen Form stammt die Kirche aus dem 15. Jahrhundert und ist eine der bedeutendensten spätgotischen Kirchen Venedigs.
Der
60 Meter hohe schiefe Kirchturm neigt sich um 2 Meter zur Seite. Also hat nicht nur Pisa einen schiefen Turm!

Santa Maria Gloriosa dei Frari, auch Frarikirche oder kurz Frari (venez. „Brüder“), ist eine Kirche in Venedig.
Sie ist eine der größten und bedeutendsten
gotischen Sakralbauten Venedigs. Die Kirche ist der Aufnahme Mariens in den Himmel gewidmet. Sie ist ausgestattet mit zahlreichen hervorragenden Kunstwerken, darunter zwei Hauptwerken Tizians.
Madonna des Hauses Pesaro
, 1519–1527, Altarbild, Nordwand des Mittelschiffs und „Assunta“ von 1518). 1926 erhielt sie den Ehrentitel einer päpstlichen Basilica minor.
Hierin steht auch das Erinnerungsdenkmal für
Tizian, gestiftet von Ferdinand von Österreich, erbaut von zwei Canova-Schülern zwischen 1838 und 1852.

Ein weiterer wunderbarer Bau ist die
Scuola Grande di San Giovanni Evangelista. Sie entstand 1260 . Ein wunderschöner Eingang zum Hof wurde im 15. Jahrhundert durch Pietro Lombardo errichtet.

Von all diesen beschriebenen Bauten gibt es in unserer Rubrik "Reisefotos" Bilder zu sehen.

Am 16. Februar 2012 besuchten wir, ebenfalls per Schiff, die zu Venedig gehörende Nachbarinsel
Murano.

Auf dem Weg dorthin kamen wir zu der Klosterinsel S. Michele. Der
Friedhof Venedigs existiert erst seit dem 19. Jahrhundert auf dieser Klosterinsel,  die mit der Insel S. Christoforo zusammengelegt wurde. Auf älteren Darstellungen sieht man beide Inseln zwischen Venedig und Murano. Davor wurden die Toten wie allgemein üblich auf den vielen Kirchhöfen bestattet.
Die Friedhofsinsel ist einen Besuch wert wegen der schönen
alten Klosteranlage und der unterschiedlich gestalteten Teile und sehr besonderen Atmosphäre des Friedhofs.

Murano ist eine Reihe von Inseln durch Brücken verbunden in der Lagune von Venedig. Es liegt etwa 1,5 km nördlich von Venedig und misst etwa 1,5 km und hat eine Bevölkerung von knapp über 5000 Personen
Es ist berühmt für seine
Glasherstellung, insbesondere den Kristallleuchtern . Es war einmal eine unabhängige Gemeinde, heute ist sie ein Ortsteil der Gemeinde von Venedig.
Es war wiederum ein herrlicher Sonnentag und wir konnten den Ausflug so richtig genießen.

Auf der Insel steht der
Kristall "Cometa di vetro" .
Das Kunstwerk stammt von dem Glasbläser und Designer
Simone Cenedese. 1973 geboren, ist er einer der jüngsten Meister des Murano-Glas.  
Dieses und andere Werke sind wohl die meist fotografierten Glasobjekte der Insel Murano.

Die tausendjährige Geschichte der Glasherstellung ist im
Museo Del Vetro im Palazzo Giustinian mit Vasen, Spiegeln und Trinkgefäßen dokumentiert.
Einer der drei großen Deckenleuchter im Eingangsbereich ist ein prämiertes Werk der Fratelli Toso, das zur Eröffnung des Museums 1854 beigesteuert wurde. 1861 initiierten Antonio Colleoni (1811-1855), der Bürgermeister der Insel, und der Abt Vincenzo Zanetti (1824-1883) die Einrichtung eines Archivs, um die Archivalien der Insel zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vincenzo Zanetti richtete direkt neben dem Archiv eine
Glasmacherschule ein, in der die alten Techniken gelehrt wurden. Nachdem die Insel zu Venedig eingemeindet wurde, unterstand das örtliche Museum den Musei Civici Veneziani.
Die
Technik, mit der das Muranoglas hergestellt wird, beherrschen nur die Glashersteller aus Murano.

Heute sind die Straßenzüge der Insel durch eine Vielzahl von Glasgeschäften geprägt und Muranoglas ist zum beliebten Sammlerartikel geworden. Dabei ist indes deutlich zu unterscheiden zwischen
Glas-Galerien, in denen die zeitgenössischen Arbeiten venezianischer Studio-Glaskünstler ausgestellt und erhältlich sind, und touristischen Souvenirläden, die in Serienproduktion hergestellte Glasobjekte vertreiben.

Die Kirche
Chiesa San Pietro wurde im Jahre 1348 zusammen mit Dominikanischen Kloster errichtet. Sie war ursprünglich St. Johannes dem Täufer gewidmet . Im Jahr 1474 wurde sie durch ein Feuer dem Erdboden gleich gemacht und im Jahre 1511 in dem aktuellen Erscheinungsbild wieder aufgebaut.
Sie wurde 1806 geschlossen, wenige Jahre nach dem Fall der Republik Venedig und im Jahre 1813 wiedereröffnet. Es ist derzeit eines der beiden wichtigsten Pfarrkirchen der Insel Murano.

Auf der Rückfahrt zu unserem Hotel mit dem Schiff konnten wir nochmal im wunderschönen Abendlicht diese wirklich traumhafte Stadt bewundern.

Am Freitag, den 17. Februar 2012 wurden wir dann wieder mit einem Wassertaxi vom Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht.
Es war eine wunderbare Reise in diese Stadt, die so ganz und gar anders ist auf Grund ihrer Wasserstraßen und unendlich vieler geschichtsträchtiger Bauten.
Wir werden sicherlich noch einmal in diese faszinierende Stadt zurückkehren.

Henning Krüger

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